kurze Selbstdarstellung

Trotz aller Bemühungen ist Sexismus noch lange nicht aus der Welt. Im Gegenteil sind die gesellschaftlichen Strukturen nach wie vor männlich dominiert und ein Erstarken von reaktionären Männerbewegungen ist festzustellen. Eine antisexistische, emanzipatorische Praxis ist also weiterhin von Nöten, auch innerhalb der Linken:

Hier wird das Label “Antisexismus” zwar mit großer Beliebtheit getragen, jedoch bleiben die nötigen Konsequenzen im eigenen Handeln oft aus; auch in politischen Gruppen findet eine Auseinandersetzung mit Sexismus oft nicht statt oder das Thema wird marginalisiert. Und auch hier werden (pro-)feministische Bestrebungen belächelt, wenn nicht aktiv bekämpft.
Auffällig finden wir auch, dass eine Reflexion von “Männern” in Bezug auf ihr eigenes Gender bis auf wenige Ausnahmen nicht stattfindet und die Diskussion um Sexismus im Wesentlichen nur von FrauenLesben, Trans* und Queers geführt und gefordert wird.

Daher wollen wir (bislang eine Gruppe von “Männern”) mit dem Macker Massaker einen Raum schaffen, um sexistisches Verhalten offenzulegen und zu kritisieren. Es soll erarbeitet werden, inwiefern Mackertum mit Männlichkeit zusammenhängt oder ob mackeriges Verhalten unabhängig von Gender zu betrachten ist. Männlichkeit(en) mit ihren Privilegien, Rollenzuschreibungen, Nach- und Vorteilen sollen (selbst-)kritisch reflektiert und antisexistische Praxis gefördert werden. Mit dem Namen “Macker Massaker” wollen wir in selbstironischer Weise das Martialische an Männlichkeiten herausstellen, von dem wir uns aber nicht in elitärer Weise freisprechen können und wollen, da sich letztlich auch Wut auf Mackerverhalten im “Massaker” ausdrückt und wir das Martialische somit selbst reproduzieren.

Wir alle werden im Alltag immer wieder als “Männer” oder “Frauen” (fremd)definiert – auch wenn wir selbst dies vermeiden möchten – und so in das hegemoniale gesellschaftliche Konstrukt der Zweigeschlechtlichkeit hineingepresst. Diese gesellschaftliche Realität eines binären Geschlechtersystems wollen wir nicht außen vor lassen, beziehen uns deshalb, trotz queerem Anspruch, konkret auf “Männer” und halten feministische Kritik für notwendig. Dabei wollen wir nicht unterschlagen, dass auch Männer von der Entfremdung durch festgelegte Geschlechterrollen betroffen sind und in Konflikte mit den an sie gerichteten Erwartungen geraten können. Sie erhalten im Gegensatz zu “Frauen” allerdings eine Reihe von Privilegien, welche sie zu Hauptakteuren und -profiteuren einer patriarchal-sexistischen Gesellschaft machen.
Ein Grund mehr, sich konkret an diese Gruppe zu richten und eine (Selbst)reflexion mit feministischem Vorzeichen zu fördern. Wir wollen diesen Text, den wir als unvollständig und vorläufig begreifen, wie auch folgende Fragen zur Diskussion stellen: Was ist “Mackertum” eigentlich? Wieso sind feministische Positionen (auch) für “Männer” wichtig? (Wie) wäre eine emanzipatorische Zukunftsgestaltung unabhängig von Geschlechtern möglich? Wie kann ein antisexistischer Umgang mit sexualisierter Gewalt aussehen? usw.

Das Macker Massaker soll einen Prozess in Gang bringen/fördern, in dem auch weiterführende Fragestellungen ihren Platz bekommen. Es sind alle Gender herzlich eingeladen teilzunehmen sowie an der Organisation oder als Referent_innen mitzuarbeiten!

Bei Interesse, Fragen, Kritik, Vorschlägen:
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der, die, das - wer, wie, was - wieso, weshalb, warum - Wer nicht fragt bleibt...