Programm 2010

Übersicht

Donnerstag, 13.5.

14 Uhr Anreise
16 Uhr Hearing und Diskussion:
Macker – ¿männliches? Dominanzverhalten in der linken Szene
18 Uhr Vortrag: Gender-Konstruktionen im Kapitalismus
20 Uhr Abendessen
21 Uhr Plenum
22 Uhr Kneipenkonzert: Krikela & V838 & Tiger Paws

Freitag, 14.5.

09 Uhr Frühstück
11 Uhr Plenum
12 Uhr Vortrag: Sexismusdebatten in der Linken
14 Uhr Vortrag: Männerpolitik und Männerbewegungen
16 Uhr Workshop: Antifa und Männlichkeit
16 Uhr Vortrag:
Let´s talk about It: Pornographie, Feminsmus und (Anti-)Sexismus
18 Uhr Vortrag: Die Diktatur des ‘man’
20 Uhr Abendessen
21 Uhr Konzert: finisterre & unquiet & a giraffe

Samstag, 15.5.

09 Uhr Frühstück
11 Uhr Plenum
12 Uhr Workshop: Antifa und Männlichkeit
12 Uhr Film: Geschlecht im Spiel
14 Uhr Diskussion:
Positiver Bezug auf Männlichkeit als herrschaftkritischer Mensch!?
16 Uhr Vortrag: Emos are gay?!
19 Uhr Abendessen
20 Uhr Vortrag: Geschlechterverhältnisse in Punk & Hardcore
22 Uhr Party mit Live-Act: Gladbeck City Bombing

Sonntag, 16.5.

10 Uhr Frühstück
13 Uhr Abschluss-Plenum
danach: gemeinsames Aufräumen

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Ausführlicher Zeitplan

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Donnerstag, 13. Mai

Macker – ¿männliches? Dominanzverhalten in der linken Szene

Hearing und Diskussion – 16.00 Uhr

Alle wissen was gemeint ist, keiner will es sein: Macker

Vielen ist es unbehaglich, umso erstaunlicher, wie selten es (öffentlich) thematisiert wird: männliches Dominanzverhalten in der Linken, gerne auch “Mackertum” genannt. Was aber ist “Mackertum”, was hat es mit Geschlecht(ern) zu tun und warum fällt es so schwer, darüber zu sprechen?

Radio Island hat versucht die Szene zum Sprechen zu bringen, interviewte Jule Nagel zu diesem ominösen Begriff, den alle benutzen und kaum eine_r definieren kann, fragte Leute aus unterschiedlichen linken Zusammenhängen nach ihren persönlichen Erfahrungen mit diesem Phänomen und sprach mit Bini Adamczak über Feminismus, die Linke und wie endlich alles anders wird.

Nach dem Beitrag von Radio Island wollen wir uns in einer Diskussion auf die Suche nach einer brauchbaren und greifbaren Definition von Macker(tum) machen, aber auch über das Gehörte, die eigenen Erfahrungen und neugewonnene Eindrücke unterhalten.

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Gender-Konstruktionen im Kapitalismus

Vortrag mit Jos Schaefer-Rolffs – 18.00 Uhr

In der Diskussion um die Rollen der Geschlechter wird häufig von einer natürlichen Trennung von Mann und Frau gesprochen, die so bereits in allen Epochen der Gesellschaft Bestand hatte. Zwar habe es in der Entwicklung der Menschheit viele Veränderungen in Gesellschaft und Individuum gegeben, aber die Unterschiede bei den Rollen der Geschlechter seien höchstens marginal, wenn sie überhaupt angenommen werden. So werden eben auch Beschreibungen der Vergangenheit – nicht nur in populärwissenschaftlichen Darstellungen – an die gängigen Geschlechterbilder angepasst und so beispielsweise die Trennung von männlicher Feld- und weiblicher Heimarbeit nicht nur auf das Mittelalter übertragen, sondern sogar auf die Steinzeit. Ein Blick auf historische Quellen zeigt aber, dass es diese vertraute und scheinbar naturwüchsige Trennung so nicht gab und sehr wohl deutliche Unterschiede belegbar sind.

Um aufzuzeigen, worin diese Unterschiede bestehen, müssen zwei Dinge herausgestellt werden, auf diese Weise kann analysiert werden, wie die Geschlechter und ihre Abbilder im Kapitalismus konstruiert werden. Zum einen ist eine Darstellung der historischen Entwicklung und Veränderung der Geschlechterrollen notwendig, denn nur so kann aufgezeigt werden, welche anderen Rollenbilder möglich waren. Auf der anderen Seite muss auch erklärt werden, warum eine kapitalistische Gesellschaft gerade diese Geschlechterkonstruktionen benötigt, wie diese entstanden sind und warum diese auch bis heute noch reproduziert werden.

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Kneipenkonzert

mit:

Krikela (Liedermaching, Köln)

V838 (minimal/drone, MH)

tiger paws (diy emo folk, Berlin)

Beginn: 22.00 Uhr
Eintritt: gegen Spende

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Freitag, 14. Mai

Sexismusdebatten in der Linken

Vortrag mit Torsten Nagel und Ulrike Scheen – 12.00 Uhr

Sexualisierte Gewalt, Sexismus und Vergewaltigungsdebatten in der radikalen Linken und der linken Musikszene

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Männerpolitik und Männerbewegungen

Vortrag mit Sebastian Scheele – 14.00 Uhr

Der schwarz-gelbe Koalitionsvertrag plant „eine eigenständige Jungen- und Männerpolitik“, in Zeitungen sind antifeministische Positionen und Polemiken gegen Gender Mainstreaming und dekonstruktivistische Jungenarbeit zu lesen, und hier und da gibt es auch noch Männerforschung, Männerbewegung(en) und die Männerprojekteszene. Wie passt das alles zusammen – oder: Passt das überhaupt zusammen? Bei der Veranstaltung wird ein Überblick über verschiedene Fraktionen in der Männerpolitik gegeben und diskutiert, welche Ziele sie jeweils verfolgen. Die Perspektive ist, inwiefern die Fraktionen für emanzipatorische Politik anknüpfungsfähig sind, und auf welcher Basis Bündnisse möglich sind.

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Antifa und Männlichkeit

Workshop mit Marc Brandt – 16.00 Uhr

Was ist überhaupt Männlichkeit?Was macht Antifa-Politik aus und wieso ist sie an so vielen Punkten besonders bei jungen Männern beliebt? Warum gibt es auch in der Antifa Unterdrückungsverhältnisse? Die Gesprächs- und Entscheidungsstrukturen und die Ausrichtung der Antifa-Politik gehören auf den antisexistischen Prüfstand.

Wir reden über Symbole und Idole, um Tücken der alltäglichen Antifaarbeit, samt Heldentum und Revierverhalten. Unterdrückungsmechanismen schaffen sich aber nicht von selbst ab, nur weil sie vielfach in Diskussionen erkannt und benannt werden. Es geht also um die Entwicklung neuer Perspektiven und um konkrete Umsetzungsmöglichkeiten.

Antifa ist zu wichtig, als es nur bei Kritik zu belassen.

Der Workshop findet zweimal statt, Dauer ca. 4 Stunden
die Teilnehmer_innenzahl ist auf 20 Personen beschränkt
>>> eine Anmeldung per mail ist erforderlich!

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Let´s talk about It: Pornographie, Feminsmus und (Anti-)Sexismus

Vortrag der Gruppe Feminismus&Pornographie Bielefeld – 16.00 Uhr

Können Pornos feministisch/nicht sexistisch sein?

Eine ganze Industrie produziert geschlechtliche Körper und verkauft normierte Sexualität. In Pornos werden Menschen zu Objekten degradiert: muskulöse Männer mit Dauererektion, stets bereite Frauen, die es kaum erwarten können dass es Ihnen je-Mann-d so richtig besorgt. Pornographie aber ist nicht gleich Sex. Pornographie ist ein Medium, das Sex, Geschlecht(er) und Sexualität(en) transportiert, kanalisiert und reproduziert. Feministische Kritik an (Mainstream-)Pornographie ist nicht ohne Kritik an patriarchalen Gesellschaftsstrukturen (oder “vorherrschenden Konzepten von Männlichkeit und Macht”) möglich. Wir möchten im Bewusstsein von (Hetero-)Sexismus, Rassismus, Kapitalismus und anderen Herrschaftsverhältnissen Pornographie als gesellschaftliches (und geschlechtliches) Phänomen diskutieren. Dahinter steckt die Überzeugung, dass Pornographie mit einem positiven Bezug auf Sex(-ualität) und Körper emanzipatorisch erschlossen werden kann und das Potential hat, Normierungen auszubrechen.

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Die Diktatur des ‘man’

Vortrag mit Frank Apunkt Schneider – 18.00 Uhr

Von der Schwierigkeit, in linken deutschen Medien geschlechtsneutral zu sprechen.
Bericht aus der weitgehend beschissenen Praxis.

„Formulierungen wie ‚man/frau’ und das Binnen-I lehnen wir aus stilistischen und ästhetischen Gründen ab“. Wer in linken deutschen Medien in einer nicht-ausschließlich männlichen Form schreiben möchte, kennt diesen Satz, der scheinbar keiner weiteren Erklärung bedarf. Welche stilistischen und ästhetischen Essentials ihm eigentlich zugrunde liegen, wird in der Regel nicht gesagt. Frank Apunkt Schneider versteht sich als Feminist und publiziert regelmäßig in Deutschland und Österreich. Er berichtet aus seinen eigenen diesbezüglichen Erfahrungen, und stellt Vermutungen an, warum deutsche Medien mit geschlechtsneutralen Formen ein Problem haben, österreichische hingegen nicht.

Frank Apunkt Schneider, Dipl. Germ., lebt zurzeit als unfreier Autor, unfreier Künstler und Hausmann in Bamberg, Mitglied der KünstlerInnengruppe monochrom, Wien; schreibt u.a. für Skug, Testcard, Intro, Zonic. Im Herbst 2007 ist sein Buch „Als die Welt noch unterging. Von Punk zu NDW“ im Ventil-Verlag erschienen.

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Konzert

mit:

finisterre (HC/Punk, Köln)

unquiet (HC/Punk, Berlin)

a giraffe (folk, Essen)

Beginn: 21.00 Uhr
Eintritt: 5,- €

(jaguar of my dreams mussten leider kurzfristig absagen)

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Samstag, 15. Mai

Antifa und Männlichkeit

Workshop mit Marc Brandt – 12.00 Uhr

Was ist überhaupt Männlichkeit?Was macht Antifa-Politik aus und wieso ist sie an so vielen Punkten besonders bei jungen Männern beliebt? Warum gibt es auch in der Antifa Unterdrückungsverhältnisse? Die Gesprächs- und Entscheidungsstrukturen und die Ausrichtung der Antifa-Politik gehören auf den antisexistischen Prüfstand.

Wir reden über Symbole und Idole, um Tücken der alltäglichen Antifaarbeit, samt Heldentum und Revierverhalten. Unterdrückungsmechanismen schaffen sich aber nicht von selbst ab, nur weil sie vielfach in Diskussionen erkannt und benannt werden. Es geht also um die Entwicklung neuer Perspektiven und um konkrete Umsetzungsmöglichkeiten.

Antifa ist zu wichtig, als es nur bei Kritik zu belassen.

Der Workshop findet zweimal statt, Dauer ca. 4 Stunden
die Teilnehmer_innenzahl ist auf 20 Personen beschränkt
>>> eine Anmeldung per mail ist erforderlich!

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Geschlecht im Spiel

Filmpräsentation mit anschließendem Gespräch mit den Filmemacher_innen – 12.00 Uhr

Neun Menschen, neun Bühnen, ein Thema – neun Entwürfe und der Auftritt im Alltag.

Kommt mit auf eine Reise in die Welt weiblicher Männlichkeiten, männlicher Weiblichkeiten und sich verändernder Identitäten. Ein Dokumentarfilm, unterwegs in Berlin zwischen Theater und Performance, Alltag, Subversion und der Frage nach der Inszenierung von Geschlecht.

Mit: Fatma Souad, Moritz G., Kaey, Tommy Crash, Josep Caballero García, m.pHase und vom Hexenkessel Hoftheater: Ina Gercke, Carsta Zimmermann und Michael Schwager.

Ein Film von: Uta Hörmeyer, Sasha Noel Ahorn und Dan_i Bal

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Positiver Bezug auf Männlichkeit als herrschaftkritischer Mensch!?

Diskussion – 14.00 Uhr

Auch wenn die Überschrift so klingt. Es geht nicht um esoterische Schwitzhütten-Männerrituale. Sondern darum wie die eigene Herstellung von Männlichkeit in einer patriachalen Gesellschaft funktioniert, wenn mensch sich zugleich dem Feminismus verpflichetet fühlt. Da wir ja mittlerweile alle wissen, dass Geschlecht nicht etwas statisch vorhandenen ist, sondern in alltäglichen Praxen ständig reproduziert wird und werden muss, betrifft die Frage nach der Darstellung und Anerkennung der eigenen Geschlechtsidentität und danach was mensch eigentlich für diese Anerkennung tut, nicht nur trans*Männer/Jungs/*, sondern alle. Allerdings erleben trans*Männer/Jungs/* dies wohl häufig bewusster und haben eventuell auch etwas andere Perspektiven auf diese Fragen.

Wir möchten anhand einiger Thesen einen Austausch zu Fragen um unsere Männlichkeiten, Feminismus, Sexismus, Hegemonie, An- und Aberkennung von Geschlechteridentitäten und deren Inszenierung starten. Wir fänden dies sowohl als selbstkritische Diskussion unter Trans*Männern, als auch in einer offenen Diskussionsrunde spannend und würde uns spontan nach den vorhandenen Personen und Bedürfnissen richten und versuchen diesen gerecht zu werden (evtl durch zeitweise Aufsplittung o.ä.). Da es wenig Gelegenheiten zum Austausch unter herrschaftkritischen Trans* gibt, laden wir euch jedenfalls alle ausdrücklich ein nach Mülheim zu kommen und mit uns ne spannende Diskussion zu starten.

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Emos are gay?!

Vortrag mit Martin Büsser – 16.00 Uhr

Kaum eine Jugendbewegung ist so vielen Anfeindungen ausgesetzt wie die der Emos. Die Gründe hierfür sind meistens homophob: In Internet-Foren werden Emos als verweichlichte Schwuchteln beschimpft. Woher kommt dieser Hass? Und wer sind überhaupt »die Emos«, über die da pauschal geurteilt wird?
Martin Büsser gibt einen Einblick in die weit verzweigte Emo-Geschichte, die einmal als Subszene der Hardcore-Bewegung entstanden ist. Neben dieser historischen Entstehung wird es allerdings vor allem um die neue, um 2000 entstandene Generation der Emos gehen, die ihren Style durch Internet-Foren weltweit verbreitet haben. Ihnen gilt der eigentliche Hass, der auch die Frage aufwirft, ob wir derzeit eine Renaissance von Homophobie und Machotum erleben.

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Geschlechterverhältnisse in Punk & Hardcore

Vortrag mit Martin Büsser – 20.00 Uhr

Die meisten Subkulturen sind »homosozial« geprägt, wie Matthew Bannister in seiner Studie »White Boys, White Noise« herausarbeitet: Sie bestehen aus hierarchischen, vorwiegend männlich geprägten Strukturen. Dieser Befund gilt weitgehend auch für die Punk- und Post-Punk-Szene. So wurde zum Beispiel die amerikanische Hardcore-Szene zu Beginn der 1980er fast ausschließlich von jungen Männern bestimmt. Nicht nur Homosexualität wurde hier ausgeklammert, sondern Sexualität an sich war kein Thema. Mit Straight Edge kulminierte die Ablehnung von Rauschmitteln und einem ausschweifenden sexuellen Lebensstil in einer »Gegenkultur der Gegenkultur« (Ray Cappo), die sich dezidiert gegen das hedonistische Lebensmodell des frühen Punk richtete, der noch für unterschiedliche sexuelle Orientierungen offen war. Erst mit der Riot Grrrl- und Queercore-Bewegung in den 1990er-Jahren erkämpften sich Frauen, Lesben und Schwule innerhalb der Szene wieder Gehör.
Der Votrag von Martin Büsser geht der Frage nach, welche Rollenbilder im Punk vorherrschen und wie sich das in der Musik und dem Verhalten auf Konzerten niederschlägt. Welche Posen werden auf der Bühne eingenommen, inwieweit sind Pogo und Moshpit männlich geprägt? Neben diesen Fragen geht es aber auch um Alternativen und die Frage danach, wie Punk/HC klassische Geschlechterrollen hinterfragen oder sogar durchbrechen kann.

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Party

Party mit diversen DJ_anes und Live-Act:

Gladbeck City Bombing (electroperformance , HH)

Beginn: 22.00 Uhr
Eintritt: 3,- €



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